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MiCA und seine Auswirkungen auf die europäische Krypto-Besteuerung

Die MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) ist bereits anwendbar. Was sich für Anbieter und Nutzer ändert und welche steuerlichen Folgen dies in Spanien hat.

Equipo declaracrypto·April 15, 2026·6 min read

MiCA und seine Auswirkungen auf die europäische Krypto-Besteuerung

Die Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) trat im Laufe des Jahres 2024 schrittweise in Kraft und ist seit Dezember desselben Jahres vollständig anwendbar. Obwohl es sich primär um eine Finanzmarktregulierung handelt, hat sie erhebliche indirekte Auswirkungen auf die Besteuerung.

Was ist MiCA?

MiCA ist die erste europäische Verordnung, die einen harmonisierten Rahmen für Anbieter von Kryptodienstleistungen (CASP, Crypto-Asset Service Providers) schafft. Sie deckt ab:

  • E-Geld-Token (e-money tokens, wie durch Fiat-Währungen gedeckte Stablecoins).
  • Wertreferenzierte Token (asset-referenced tokens, wie Multi-Asset-Stablecoins).
  • Andere Kryptowerte (utility tokens, etc.).

Große Exchanges wie Coinbase, Binance (Brasil), Kraken… müssen eine CASP-Lizenz erwerben, um in der EU tätig zu sein.

Indirekte steuerliche Auswirkungen: Mehr Transparenz

CASP unter MiCA sind verpflichtet:

  1. Ihre Nutzer zu identifizieren (vollständiges KYC).
  2. Transaktionen zu melden an die zuständigen Behörden.
  3. Informationen zu teilen mit Finanzregulierungsbehörden.

Dies erleichtert den Datenaustausch zwischen Exchanges und der AEAT erheblich und beseitigt einen Großteil der wahrgenommenen Anonymität.

DAC8 und MiCA: Das Duo für totale Transparenz

MiCA wird durch die Richtlinie DAC8 ergänzt, die alle Anbieter verpflichtet, Transaktionen ihrer in der EU steueransässigen Nutzer automatisch an die jeweiligen Steuerbehörden zu melden.

Zusammen bedeuten MiCA + DAC8, dass die AEAT ab 2026 automatisch Daten über Krypto-Transaktionen von in der EU regulierten Exchanges erhält, ohne dass individuelle Anfragen erforderlich sind.

Betrifft MiCA auch Bitcoin und Ethereum?

Bitcoin und Ethereum sind im strengen Sinne keine "MiCA-Kryptowerte" (sie sind dezentrale Protokolle, keine Emittenten). Die Exchanges, die sie handeln, sind jedoch unter MiCA reguliert.

Unregulierte Exchanges, die keine CASP-Lizenz erhalten, können in der EU nicht frei agieren – obwohl einige dies weiterhin von Drittländern aus tun werden, was die Garantien für die Nutzer verringert.

Regulierte vs. unregulierte Stablecoins

Unter MiCA müssen Stablecoins wie USDT (Tether) eine E-Geld-Token-Lizenz erwerben, um in der EU frei zirkulieren zu können. Wenn sie diese nicht erhalten, müssen europäische Exchanges sie delisten.

Dies könnte Anleger betreffen, die USDT als "sicheren Hafen" zwischen Transaktionen nutzen. MiCA-regulierte Stablecoins könnten auf europäischen Exchanges eine höhere Liquidität aufweisen.

Fazit

MiCA ändert nicht direkt, wie Ihre Steuerlast berechnet wird, aber es erhöht drastisch die Wahrscheinlichkeit, dass die AEAT Informationen über Ihre Transaktionen hat. Die Ära der Krypto-Opazität in Europa geht zu Ende. Proaktive Compliance ist die einzige nachhaltige Strategie.

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