Krypto-Staking und seine Besteuerung in der IRPF
Staking — das Sperren von Kryptowährungen zur Teilnahme an der Transaktionsvalidierung und zum Erhalt von Belohnungen — ist eine der beliebtesten Methoden, um im Krypto-Ökosystem Renditen zu erzielen. Aber wie sieht das Finanzamt (AEAT) das?
Fiskalische Klassifizierung von Staking
Laut der AEAT und den jüngsten verbindlichen Auskünften werden Staking-Belohnungen als Einkünfte aus Kapitalvermögen (rendimientos del capital mobiliario) in der Sparbemessungsgrundlage (Base Imponible del Ahorro, Artikel 25 LIRPF) besteuert.
Dies ist aus folgenden Gründen entscheidend:
- Sie werden nicht als Veräußerungsgewinne (ganancias patrimoniales) besteuert (sie können nicht mit Verlusten aus der Übertragung anderer Vermögenswerte verrechnet werden).
- Sie unterliegen dem Quellensteuerabzug, wenn der Zahler in Spanien ansässig ist (in der Praxis behalten ausländische Exchanges keine Steuern ein).
- Sie werden in dem Steuerjahr angegeben, in dem sie zufließen, nicht erst beim Verkauf.
Zeitpunkt der Zurechnung
Die Belohnungen werden in die IRPF zu dem Zeitpunkt einbezogen, an dem sie Ihrem Konto gutgeschrieben werden, und zwar zum Marktwert des Assets in diesem Moment.
Beispiel:
- Sie erhalten 0,05 ETH aus dem Staking am 15. März, wenn ETH bei 3.200 € notiert.
- Zu erklärender Ertrag: 0,05 × 3.200 = 160 €
- Dieser Betrag wird als Anschaffungskosten für diese 0,05 ETH für zukünftige Verkäufe erfasst.
Der doppelte Steuertatbestand
Es ist zu beachten, dass Staking zwei verschiedene Steuertatbestände auslöst:
- Bei Erhalt der Belohnung: Einkünfte aus Kapitalvermögen (Wert in EUR zu diesem Zeitpunkt).
- Beim Verkauf der Belohnung: Veräußerungsgewinn oder -verlust (Verkaufspreis abzüglich der in Schritt 1 erfassten Kosten).
Wenn Sie die 0,05 ETH sechs Monate später für 3.800 € verkaufen:
- Verkaufswert: 0,05 × 3.800 = 190 €
- Basis-Kosten: 160 €
- Zusätzlicher Veräußerungsgewinn: 30 €
Liquid Staking (stETH, rETH…)
Liquid Staking — bei dem Sie ein derivatives Token wie stETH anstelle von ETH direkt erhalten — wird gleich behandelt: Im Moment der Gutschrift des Ertrags (die implizit in der Wertsteigerung des derivativen Tokens liegen kann) entsteht der Steuertatbestand.
Die AEAT hat noch keine spezifische verbindliche Auskunft zu Liquid Staking veröffentlicht, was eine gewisse Unsicherheit schafft. Die konservative Haltung besteht darin, die Wertsteigerungsdifferenz des Tokens als periodischen Ertrag zu behandeln.
Staking auf Exchanges vs. natives Staking
| Typ | Vermittler | IRPF-Behandlung |
|---|---|---|
| Exchange (Binance Earn, Coinbase) | Exchange | Einkünfte aus Kapitalvermögen |
| Eigener Validator (Ethereum, Cosmos…) | Keiner | Einkünfte aus Kapitalvermögen |
| Liquidity Pools (DeFi) | Protokoll | Einkünfte aus Kapitalvermögen |
In allen Fällen ist die Behandlung gleich, unabhängig davon, ob ein Vermittler eingeschaltet ist.
Wo in der IRPF-Erklärung angeben
Staking-Erträge werden in Feld 0029 (rendimientos del capital mobiliario — otros rendimientos) angegeben. Sie müssen den Bruttobetrag und dessen Herkunft aufschlüsseln.
Fazit
Staking generiert steuerpflichtige Erträge im Moment des Zuflusses. Eine tägliche Aufzeichnung der Belohnungen mit Datum und Wert in EUR zu diesem Zeitpunkt ist für eine korrekte Steuererklärung unerlässlich. Krypto-Steuerplattformen können diese Berechnung automatisieren, indem sie den Verlauf der Belohnungen direkt von Ihrer Exchange importieren.


