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Krypto-Steuerneuheiten 2026: Was erwartet uns und wie bereitet man sich vor

MiCA in voller Kraft, das konsolidierte Modell 721, die europäische DAC8 und mögliche Änderungen bei der Krypto-Einkommensteuer für 2026. Alles, was deutsche Krypto-Investoren über die steuerliche Zukunft wissen müssen.

Equipo declaracrypto·April 25, 2026·7 min read

Krypto-Steuerneuheiten 2026: Was erwartet uns und wie bereitet man sich vor

Der regulatorische Rahmen für Kryptowährungen in Europa und Deutschland entwickelt sich rasant weiter. Das Jahr 2026 wird ein Jahr der Konsolidierung wichtiger Änderungen sein, insbesondere mit MiCA in voller Kraft und dem neuen Rahmen für den Informationsaustausch, DAC8. Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten erwarteten Neuerungen.

MiCA in voller Kraft (ab Dezember 2024)

Die Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) trat 2024 schrittweise in Kraft und gilt ab Ende 2024 vollständig. Die wichtigsten Auswirkungen für deutsche Investoren:

Für Börsen und Dienstleister:

  • Alle Anbieter von Kryptodienstleistungen (CASP), die in Deutschland tätig sind oder deutsche Kunden anziehen, benötigen eine MiCA-Lizenz.
  • Mehr Transparenz: CASPs müssen Whitepapers für Tokens veröffentlichen.
  • Stablecoins: ART (Asset-Referenced Tokens) und EMT (E-Money Tokens) unterliegen strengen Reserveanforderungen.

Für Investoren:

  • Höherer Schutz: Börsen sind verpflichtet, Vermögenswerte zu trennen.
  • Klarere Informationen: Whitepapers sind für gelistete Tokens obligatorisch.
  • Möglicher Ausschluss nicht lizenzierter Börsen: Einige Börsen könnten den Betrieb in Deutschland einstellen.

DAC8: Der automatische Krypto-Informationsaustausch in der EU

Die achte Richtlinie über die Zusammenarbeit der Verwaltungsbehörden (DAC8), die 2023 verabschiedet wurde, verpflichtet:

  • Anbieter von Kryptodienstleistungen (Börsen, DeFi-Plattformen in einigen Fällen), automatisch Informationen über ihre Nutzer an die lokalen Steuerbehörden zu melden.
  • Automatischen Austausch dieser Informationen zwischen den EU-Ländern.
  • Wirksam ab 2026: Deutschland wird ab diesem Jahr Informationen von anderen Mitgliedstaaten über Vermögenswerte deutscher Bürger auf europäischen Börsen erhalten.

Was das für deutsche Investoren bedeutet:

  • Wenn du Krypto auf einer Börse in einem anderen EU-Land hast (Coinbase EU, Kraken EU, Bitstamp ...), wird diese Börse deine Daten automatisch an das Finanzamt melden.
  • Das VERBERGEN von Krypto-Vermögenswerten auf europäischen Börsen wird ab 2026 praktisch unmöglich.

Mögliche Änderungen bei der Krypto-Einkommensteuer für 2025-2026

Einige auf legislativer Ebene diskutierte Änderungen:

  • Mögliche spezifische Freigrenze für Krypto: Es wurde diskutiert, eine Freigrenze für kleine Gewinne (<500 € jährlich) einzuführen, ähnlich wie in anderen Ländern. Dies ist jedoch noch nicht beschlossen.
  • Klarstellung der Behandlung von DeFi: Es wird erwartet, dass die Steuerbehörden weitere verbindliche Auskünfte zu Staking, DeFi und NFTs veröffentlichen.
  • Regelung für Krypto-zu-Krypto-Transfers: In einigen parlamentarischen Debatten wurde darüber gesprochen, das Übertragungsregime (ohne sofortige Besteuerung) auf Krypto-zu-Krypto-Tauschgeschäfte auszuweiten. Derzeit ist dies jedoch NICHT genehmigt.

Das Modell 721: Erwartete Änderungen und Verfeinerungen

Das Modell 721 (Erklärung von Krypto im Ausland) wurde 2023 eingeführt. Für 2024-2026:

  • Schwellenwert: Bleibt bei 50.000 € pro Vermögensart.
  • Ausstehende Klarstellungen: Behandlung von NFTs, LP-Tokens, Staking-Tokens.
  • Mögliche Automatisierungen: Automatischer Abgleich zwischen Modell 721 und der Einkommensteuer.

Regulierung von DeFi: Die große Herausforderung

MiCA schloss explizit das "reine" DeFi (Protokolle ohne zentrale Verwahrung) aus. Allerdings:

  • Die Europäische Kommission wird diese Ausnahme 2025-2026 überprüfen.
  • Es ist wahrscheinlich, dass bestimmte DeFi-Protokolle mit ausreichender Zentralisierung (Teams, Governance, Upgrade-Keys) in zukünftigen Versionen von MiCA reguliert werden.
  • Aggregatoren und Schnittstellen (MetaMask, Uniswap-Frontend) stehen bereits unter Beobachtung.

OECD und das CARF: Globaler Krypto-Steuerinformationsaustausch

Auch die OECD treibt den Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) voran:

  • Globaler Rahmen (außerhalb der EU), ähnlich wie DAC8.
  • G20 und mehr als 50 Länder haben sich verpflichtet, es umzusetzen.
  • Deutschland wird es übernehmen, was den Informationsaustausch über die EU hinaus ausweitet.

Wie man sich auf 2026 vorbereitet

  1. Stelle sicher, dass du mit vergangenen Erklärungen auf dem neuesten Stand bist: Wenn du Jahre ohne Erklärung hast, reguliere diese.
  2. Überprüfe deine Börsen: Vergewissere dich, ob deine Börsen eine MiCA-Lizenz oder ein Äquivalent besitzen.
  3. Bereite das Modell 721 korrekt vor: Mit DAC8 wird das Finanzamt mehr Daten zum Abgleich haben.
  4. Führe makellose Aufzeichnungen: Die Dokumentation aller Transaktionen bleibt deine beste Verteidigung.
  5. Konsultiere einen Krypto-Steuerberater: Die Landschaft ändert sich schnell, und ein Fehler kann teuer werden.

Aktualisiert: April 2026 | Steuerjahr: 2025-2026

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